Kurzgeschichte: Morgengrauen (2002)
erschienen in

Von Traum- und anderen Männern
Lyrik & Prosa
ISBN 3-931918-02-5
ca. 112 Seiten / EUR 11,-
2000 - ferber verlag, Köln
Leseprobe:
Sieben Uhr zwölf Kaffeeduft breitet sich aus, Stefan zieht die Zeitung aus dem Briefkasten, setzt sich an den Frühstückstisch und schlägt sie auf „... haben viele Flüchtlinge, die sich in der Nähe ihres Heimatortes in den schwer zugänglichen Wäldern versteckt halten, schon seit Tagen keine Nahrung mehr...“
„Nun iß was, du kannst nicht mit leerem Magen in die Schule gehen,“ hält er seinem Sohn zum x-ten mal vor. „Aber ich hab‘ doch keinen Hunger!“ Er packt ihm ein Pausenbrot ein und ahnt, heute mittag kommt es unberührt zurück. „Und im Kosovo hungern sie,“ denkt er, spricht es nicht aus.
Der Frühstückstisch bleibt unabgeräumt. Sie stehen gemeinsam am Waschbecken und putzen ihre Zähne.
„Tschüß - und jetzt ab zur Schule!“ Unvermittelt steht Stefan allein im Flur seiner Wohnung. Er schaut auf die Uhr. Es ist Zeit. Er zieht seine Daunenjacke an. Da fällt sein Blick auf den Turnbeutel von Dennis. Mist, der hat doch heute Sport! Zu spät! Was macht seine Frau bloß anders?
Aus dem Klappentext:
Männer sind ein Kapitel für sich. Sie sind oft schwierig. Sie denken und fühlen anders als Frauen, sind schweigsam, lieblos, unverschämt ... Und trotzdem versucht frau immer wieder, die Männer zu verstehen; selbst auf die Gefahr hin, in die Rolle des Opferlamms gedrängt zu werden. Männer haben viele Namen ... (vom Barmann bis zum Weihnachtsmann) ...